Frauenhaus im Kreis Unna

Das Frauenhaus ist ein Zufluchtsort für Frauen und deren Kinder, die Gewalt erlebt haben oder von Gewalt bedroht sind.

Postfach 15 43
59405 Unna

Telefon:   02303 - 77 891-50 (24 Stunden täglich erreichbar)
Fax: 02303 -77 891-59
eMail: frauenhaus@frauenforum-unna.de

Ansprechpartnerinnen:

  • Sozialarbeiterin Christina Schulz, Leitung
  • Erziehungswissenschaftlerin (M.A.) Hayriye Külcü
  • Dipl.-Sozialarbeiterin Nicole Urbaniak
  • Erzieherin Britta Kollmann-Rost
  • Erzieherin Gesa Middendorf
  • Sozialbetreuerin Brigitte Berndt

In welcher Situation findet eine Frau Schutz im Frauenhaus?

Wenn Frauen Gewalt erlebt haben oder von Gewalt bedroht sind, finden sie Schutz im Frauenhaus. Dabei sind die Formen der Gewalt sehr unterschiedlich. Manche Frauen erleben körperliche Gewalt, werden geschlagen, getreten und misshandelt, manche erleben sexuelle Gewalt, werden vergewaltigt und sexuell genötigt.

Bei anderen stehen psychische Aspekte im Vordergrund, sie werden kontrolliert, beschimpft, für verrückt erklärt oder bedroht. Aber auch der Entzug oder das Einteilen von Geld, das Verbot zu arbeiten bis zur sozialen Isolation wie Kontaktverbot, Einsperren oder Aussperren sind Formen von Gewalt, die Frauen erdulden müssen und vor denen Sie sich im Frauenhaus schützen können.

Der Weg ins Frauenhaus

SchlafraumSucht eine Frau Schutz im Frauenhaus kann sie Tag und Nacht dort anrufen. Bei freien Plätzen im Frauenhaus wird sie immer mit einer Mitarbeiterin des Frauenforums sprechen und von dieser aufgenommen werden. Manchmal bringt die Polizei die Frauen direkt ins Frauenhaus. In anderen Fällen wird ein Treffpunkt vereinbart, an dem die Frau abgeholt wird. Aus Sicherheitsgründen wird die Anschrift des Hauses nicht bekannt gegeben.

Aufgenommen werden Frauen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Aufenthaltsstatus und ihrer Religionszugehörigkeit. Nicht aufgenommen werden Frauen, die alkohol- bzw. drogenabhängig oder akut psychisch krank sind. Diese Frauen benötigen eine spezielle medizinisch-therapeutische Behandlung.

Wohnungslose Frauen finden Unterstützung in der Frauenübernachtungsstelle des Frauenforums im Kreis Unna e.V. (LINK)

Die Kosten der Unterbringung werden, soweit die betroffene Frau sie selbst nicht tragen kann, von der zuständigen Behörde nach Antragstellung übernommen.

Wenn es den Frauen möglich ist, sollten sie folgende wichtige Dinge mitbringen:

  • Kleidung
  • Lebensmittel für die ersten 2-3 Tage
  • Medikamente
  • Ausweis, Pass, Aufenthaltsbescheinigung
  • Krankenversicherungskarte
  • Unterlagen über Bezug von Arbeitslosengeld I oder II bzw. Verdienstbescheinigung
  • Geld, Kontokarte, Sparbücher
  • Stammbuch oder Geburtsurkunde, Heiratsurkunde etc.
  • Führerschein
  • Mietvertrag

Kinderspielbereich im FrauenhausFür die Kinder:

  • Kleidung
  • Geburtsurkunden, Kinderausweise
  • Sorgerechtsbescheid
  • Kindergeldnummer
  • Impfpässe
  • Vorsorgehefte
  • Spielsachen / Kuscheltiere
  • Schulsachen

Bettwäsche und Handtücher werden von der Einrichtung gestellt.

Checkliste als PDF zum Ausdrucken (ca. 0,3 MB) »

Im Vordergrund steht immer die Sicherheit der Frauen und ihrer Kinder! Für Notfälle werden Kleidung und Nahrung aus Spendenmitteln bereitgehalten.

Das Leben im Frauenhaus

WohnzimmerDas Frauenhaus ist ein Ort, an dem Frauen zur Ruhe kommen, wo sie Mut, Kraft und neues Selbstvertrauen gewinnen können, um ihr weiteres Leben zu planen. Der Aufenthalt im Frauenhaus bedeutet eine Umstellung, das gemeinschaftliche Leben ist nicht immer leicht. Die Begegnung mit Frauen, die ähnliches erlebt haben, kann jedoch auch entlastend und unterstützend sein. Die Mitarbeiterinnen beraten und begleiten die Bewohnerinnen bei allen Entscheidungen, die sie für sich und ihre Kinder treffen.

Das Frauenhaus ist aufgeteilt in eine Wohn- und eine Schlafetage. Durch einen Aufzug und bauliche Gegebenheiten ist im Frauenhaus Barrierefreiheit gewährleistet.

In der Schlafetage stehen den Frauen 10 Zweibettzimmer und fünf Bäder zur Verfügung. Je zwei Zimmer und ein Bad mit Dusche bilden eine Wohneinheit.
Die Wohnetage ist aufgeteilt in zwei Wohnzimmer, eine große Küche mit Koch- und Essgelegenheiten, Spielbereiche für die Kinder, ein weiteres Bad mit Badewanne sowie mehrere Büroräume.

Gemeinschaftsküche Daneben stehen den Bewohnerinnen ein Balkon, ein Garten und ein Wasch- und Trockenraum im Keller zur Verfügung.

Jede Frau versorgt sich und ihre Kinder eigenverantwortlich. Alle anfallenden Hausarbeiten müssen von ihr selbst erledigt werden, bei Bedarf kann sie dabei Unterstützung und Anleitung erhalten.

Unterstützungsangebote für Frauen

  • Geschützte und anonyme Unterbringung
  • Hilfe in Krisensituationen
  • Stabilisierung
  • Psychosoziale Beratung, bei Bedarf unter Einbeziehung von DolmetscherInnen
  • Entwicklung neuer Lebensperspektiven
  • Beratung bei Erziehungs- und Schulproblemen
  • Unterstützung und Begleitung bei Behörden- und Ämterangelegenheiten
  • Auf Wunsch Weitervermittlung an spezielle Fachstellen (z.B. MedizinerInnen, RechtsanwältInnen etc.)

Kinder im Frauenhaus

KinderspielbereichKinder erfahren Gewalt unabhängig davon, ob sie selbst unmittelbar betroffen sind oder die Gewalt an der Mutter miterleben. Gewalt gegen die Mutter schadet den Kindern immer. Auch das Beobachten von Gewalthandlungen bedroht das Wohl und die Entwicklung der Kinder - deshalb erhalten alle Kinder eine qualifizierte, eigenständige Unterstützung durch Erzieherinnen.

Ein großer Kinderraum, der morgens und nachmittags stundenweise geöffnet ist, bietet Zeit und Raum für Spaß und Spiel. Gerne sind auch die Mütter eingeladen, gemeinsam mit ihren Kindern eine gute Zeit zu verbringen.

In der Nähe gibt es Grundschulen und weiterführende Schulen, die Schulkinder jederzeit aufnehmen. Alle Formalitäten und Wege werden gemeinsam mit den Erzieherinnen erledigt. Die Altersgrenze bei der Aufnahme von Jungen liegt bei 14 Jahren. Die Mütter werden dabei unterstützt, für ältere Söhne eine vorübergehende Wohnmöglichkeit zu finden!

Weitere Informationen für Kinder, auch in verschiedenen Sprachen, gibt es auf der Seite:

www.kidsinfo-gewalt.de   »

Unterstützungsangebote für Kinder

  • Altersgemäße Spiel- und Freizeitangebote sowie kreatives Gestalten
  • Zeit und Raum, sich mit erlebter Gewalt zu beschäftigen
  • Angebote von Einzel- und Gruppenarbeit
  • Gespräche mit Kindern über den erlebten Kindergarten- bzw. Schulwechsel, Besuchskontakte zu Angehörigen und Freunden etc.
  • Hausaufgabenhilfe
  • Auf Wunsch Weitervermittlung an spezielle Fachstellen (z.B. Kinderschutzbund, Frühförderstelle etc.)

 

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Gefördert vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen

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