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19.08.2011 Hellweger Anzeiger
Kaum Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt
Frauenforum: Sparkonzept der Regierung mindert Chance für Frauen
Von Yvonne Schütze-Fürst
UNNA • ABM Arbeitsgelegenheit, Jobperspektive - es gibt viele Möglichkeiten, Arbeitslose zurück in den ersten Arbeitsmarkt führen, Nur Chancen wie diese werden Arbeitssuchende künftig. nicht mehr bekommen, befürchten die Geschäftsführerin des Frauenforums, Birgit Unger, und die Vorsitzende des DGB Region Ruhr-Hellweg. Der Grund: Die sogenannte Instrumentenreform.
„Die Bundesregierung zerschlägt viele Möglichkeiten. Das ist sozialer Kahlschlag", kritisiert Jutta Reiter, dass die Kürzungen auch noch mit dem Rückgang der Arbeitslosigkeit begründet würden. 8.5 Millionen Euro sollen bundesweit eingespart werden. Und Jutta Reiter spekuliert: „Unna könnte vier Millionen Euro weniger Geld bekommen".
Harte Zeiten sieht Birgt Unger auf das Frauenforum zukommen. Noch kann sie von einem Erfolg sprechen, denn das Frauenforum ist nicht nur seit 25 Jahren im Kreis Unna Ansprechpartner für Frauen. Kinder und Mädchen in Krisensituationen, bietet Schutz, Beratung und Begleitung. Genauso fördert es auch Arbeitsplätze für Frauen. "Eigene Erwerbsarbeit ist ein Schlüssel zu einem selbstbestimmten und gewaltfreien Leben", so Unger. 25 Prozent der Frauen, die beim Frauenforum nach AGH gefördert wurden, schafften den Schritt in den ersten Arbeitsmarkt. Monika Boruta ist eine von ihnen und hat mittlerweile eine Festanstellung beim Frauenforum inne. Ihr Weg begann in der Frauen-Übernachtungsstelle, gefördert als Arbeitsgelegenheit, es folgte die Job-Perspektive und der Wechsel in die Geschäftsstelle. Solche Chance werden künftige Mitarbeiterinnen des Frauenforums wohl nicht haben. Noch ist sogar unklar, was aus den fünf Frauen wird, deren Arbeitsgelegenheiten noch in diesem Jahr enden. Für Unger steht fest: "Das neue Förderangebot der Bürgerarbeit wird die wegfallenden JobPerspektive nicht ersetzen können und kann auch für die Arbeitsgelegenheiten keine Alternative sein, denn ein Übergang in den ersten Arbeitsmarkt ist gezielt darüber hinaus nicht möglich.
KOMMENTAR
Angst vor dem Kahlschlag
Von Yvonne Schütze-Fürst
Wer von Arbeitslosigkeit betroffen ist, weiß, wie schwer es ist, wieder Arbeit zu bekommen. Insbesondere die Arbeit im ersten Arbeitsmarkt. Niemand möchte sich von Ein-Euro-Job zu Ein-Euro-Job hangeln. Dazu braucht es aber auch Unternehmen, die Arbeitslosen eine Chance geben. Egal, ob die neuen Mitarbeiter 20, 30,40 oder gar über 5O Jahre alt sind. Dazu braucht es aber oftmals den Anreiz, einen finanziellen Anreiz für das Unternehmen und die Qualifizierung für den Arbeitssuchenden. Vom finanziellen Anreiz profitierte zum Beispiel auch das Frauenforum, das als Arbeitgeber 75 Prozent der Kosten für den Mitarbeiter in der Job-Perspektive nicht übernehmen musste, die Mitarbeiterin aber dennoch nach Tarif bezahlt wurde.
Jetzt will die Bundesregierung die Mittel kürzen. Wer dann noch eine Förderung und Arbeit erhält, kann sich glücklich schätzen.
