29.12.2010 Stadtspiegel Unna

Flaschenpfand hilft Frauen
Erste Spendenbox für Pfandbons im Unnaer Supermarkt

Pfandspenden für das Frauenforum Unna
Carsten Engel (r.) und Birgit Unger (2.v.r.) weihten die erste Pfandbon-Spendenbox im Massener Rewe-Markt ein.

Foto: Reimet

Geleerte Getränkeflaschen sind für viele eine Last, die zum nächsten Automaten im Supermarkt geschleppt wird. Der Pfandbetrag ist meist gering und an den geknüllten Bon in der Hosentasche denkt mancher erst wieder im Auto. Der Vorschlag, die Pfandbons für die Arbeit des Frauenforums zu sammeln, stieß bei einem Unnaer Supermarkt auf offene Ohren.

Studenten in Berlin hatten nach einer Party die Idee zum Pfand für einen  gemeinnützigen Zweck. Vor fünf Jahren von zwei Studenten ins Leben gerufen initiieren die Berliner Sozialhelden kreative Projekte, um den Blick auf  soziale Projekte zu lenken. Ob die Suche nach dem Super-Zivi oder die Auseinandersetzung über den Umgang mit Lebensmitteln, die Sozialhelden wollen Aufmerksamkeit wecken und wurden dafür mehrfach ausgezeichnet.  

Das Projekt „Pfandtastisch helfen“  konzentriert sich auf Marken-Lebensmittel-Supermärkte. Gesammelt werden die Pfandbons in standardisierten, grünen Boxen. Auf einem Hinweisschild findet der Kunde Informationen zur Sammlung. Mehr als vier Euro pro Tag waren anfangs nicht drin,  heute sind es pro Pfandbox mehr als 1000 Euro im Jahr.

Das Ruhrgebiet und insbesondere Ostwestfalen sind bislang weiße Flecken auf der „Pfandtastisch-helfen“-Karte. „So gingen wir hier auf die Suche nach einem Supermarkt“, erklärt Sabine Adam-Johnen, Mitarbeiterin im Frauenforum.  Damit die Idee sich schneller herumspricht und mehr Pfandbons in der Box landen, plant das Frauenforum einen Infostand aufzustellen. Technisch umsetzbar ist die Pfandidee in allen Supermärkten, die über einen Rückgabeautomaten und unmittelbaren Platz für die schlichte Hängebox verfügen. Eine zusätzliche Spende-Taste im Automaten ist nach Ansicht von Carsten Engel, der die Box im Rewe-Markt an der Massener Straße installierte, zu aufwendig. „Vielleicht gibt es die aber in der nächsten Gerätegeneration.“  

Für das Frauenforum Unna setzt Birgit Unger auf  die Spendenbereitschaft der Kunden. Das soziale Netzwerk für Frauen finanziert sich weitgehend aus Spendenmitteln und ermöglicht von der Frauen-und Mädchenberatung über das Frauenhaus bis zur Übernachtungsstelle professionelle Hilfe für Frauen in Not. Aktuell werden Gelder zur Einrichtung von Bewegungs- und Unterkunftsräumen für Kinder und Jugendliche im Frauenhaus benötigt.