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22.07.2008 Westfälischen Rundschau Kreis Unna
Neues Frauenzentrum auf Fels gebaut
Kreis Unna. Die Situation hat sich verändert: Früher waren es Frauen mit Kindern, die vor prügelnden Ehemännern Zuflucht im Frauenhaus suchten. Heute sind es häufig allein stehende Frauen. ...
... Sie sind durch das soziale Netz gefallen, stehen wohnungslos auf der Straße. Von Rainer Wiechers Gestern feierte das neue Frauenhaus in Unna Richtfest. Wenn es im Frühjahr nächsten Jahres öffnet, hat sich das Frauenforum als Träger des Hauses der veränderten Klientel angepasst.
Birgit Unger, Geschäftsführerin des Frauenforums Unna ist die Vorfreude anzusehen: Knapp einen Monat vor dem ursprünglich geplanten Termin weht der Richtkranz über dem kombinierten Wohn- und Geschäftshaus an der Hansastraße. Baukosten rund 1,3 Millionen Euro, von denen rund 800 000 Euro als Zuschüsse an die Unnaer Kreis Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS) fließen. Rund 1 000 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche hat der Neubau, der Anfang 2009 bezogen werden kann.
Was UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer besonders freut: "Es gab bislang keine Probleme. Statt des uns prophezeiten Grundwassers sind wir auf massives Gestein gestoßen. Wir haben statt auf Wasser praktisch auf Fels gebaut."
Das freut auch Birgit Unger und ihre Mitstreiterinnen vom Frauenforum Unna: Wenn der Neubau bezogen ist, werden lange Wege quer durch den Kreis Unna entfallen, viele Telefonate auf dem kurzen Dienstweg erledigt. Bereits gestern beim Richtfest konnte man ihr die Vorfreude auf das neue Domizil ansehen: "Jetzt weiß man, wo später die Schreibtische stehen, wohin die Betten kommen."
Nach seinem Bezug bietet es 27 Übernachtungsplätze, barrierefrei und behindertengerecht. Allein fünf zusätzliche Plätze sind im Wohnungslosenbereich dazu gekommen. Denn immer mehr Frauen fallen durch das soziale Netz, stehen ohne festen Wohnsitz auf der Straße. Ihnen will das Frauenforum im neuen Haus eine vorübergehende Heimat, vor allem aber Perspektiven bieten. Ein durchaus schwieriges Unterfangen, wie Birgit Unger zugibt: "Die Betreuungszeiten werden immer länger, bis die Frauen wieder festen Boden unter den Füßen haben."
Durch die Kombination aus Wohnen sowie Büro- und Beratungsräumen können künftig Hilfen schneller und direkter als früher stattfinden.
Und vor prügelnden Männern sind die Frauen auch geschützt: Zahlreiche Schutzmaßnahmen gewähren den vorübergehend dort lebenden Frauen, Kindern und den Mitarbeiterinnen des Frauenforums Unna hinreichend Sicherheit.
