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Antwort von Ursula von der Leyen auf den offenen Brief des Frauenforum Unna zum Bildungspaket des Bundes
04.12.2009 Hellweger Anzeiger
Zuflucht kann teuer sein
Frauenforum kämpft um bessere Finanzierung der Frauenhäuser
Von Nadja Schöler UNNA
Muss eine Frau ins Frauenhaus Unna ziehen, kostet der Platz 25 Euro pro Tag. Flüchtet sie in ein anderes Bundesland, kann ein Platz dort bis zu 102 Euro täglich kosten. Gegen diese Unterschiede geht jetzt auch das Frauenforum im Kreises Unna an.
Die Träger der 62 Frauenhäuser in NRW kämpfen für eine bessere Finanzierung. Denn anders als im Landkreis Unna bezuschussen nicht alle Bundesländer die Frauenhäuser. Den Tagessatz von 25 Euro im Unnaer Haus unterstützt die Arge mit derzeit knapp zehn Euro pro Frau. "Die Frau zahlt nur 70 Cent, der Rest sind Betreuungskosten, die wir aus Kreismitteln bekommen", erklärt Birgit Unger, Geschäftsführerin des Frauenforums. das das Frauen haus betreibt. Mit 59.080 Euro Zuschuss vom Kreis rechnet das Frauenforum für 2010, zusätzlich 87.604 Euro fließen aus Landesmitteln.
Teuer wird es für den Kreis aber dann, wenn Frauen aus der Region in ein anderes Bundesland flüchten. Denn dann muss er muss er für die Kosten der Unterkunft aufkommen. Rund die Hälfte aller Betroffenen geht nicht ins Haus des Frauenforums, sondern flüchtet weiter weg. Mehr als die Hälfte der 195 Frauen und Kinder, die 2008 im Haus des Frauenforums waren, kam von außerhalb. "Neulich flüchtete eine Frau nach Süddeutschland. Der Kreis bekam Tagespauschalen von 102 Euro in Rechnung gestellt" so Unger.
In NRW gelten Kosten ab 30 Euro pro Tag schon als hoch. Deshalb beteiligt sich das Frauenforum an der Kampagne "Schwere Wege leicht machen". "Die Träger fordern eine einheitliche Finanzierung", sagt Ursula Grewe, Sachgebietsleiterin für Soziale Sicherung.
Die unterschiedlichen Finanzierungsbedingungen haben auch Auswirkungen auf die Qualität der Häuser. In NRW sind jeweils drei Personalstellen landesgefördert, in an deren Ländern müssen Kreise und Kommunen selbst für Personalkosten aufkommen. Für die Kampagne sammelt das Frauenforum Unterschriften, die vor der Wahl dem Landtag übergeben werden. "Damit wollen wir auch zeigen, dass seitens der Politik nicht mehr gekürzt werden darf", so Birgit Unger.
